Klimaschutz

Holzbau und CO₂: Holz verwenden ist aktiver Klimaschutz

Bauen mit Holz ist eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Methoden, der Atmosphäre CO₂ zu entziehen. Holz speichert das klimaschädliche Gas über viele Jahrzehnte – und noch länger, wenn es als Baustoff genutzt wird. So wird nicht nur ein ästhetisch ansprechendes Material verwendet, das immer wieder nachwächst, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Holz-Architektur wird in Zukunft eine noch entscheidendere Rolle im Kampf gegen die Klimakrise spielen.

Holz als CO₂-Speicher

Holz hat eine einzigartige Fähigkeit: Es bindet CO₂. Ein Kubikmeter Holz speichert etwa eine Tonne des klimarelevanten Treibhausgases. Dies geschieht durch die Photosynthese der Bäume, die CO₂ aus der Luft aufnehmen und in Kohlenstoff umwandeln, der im Holz gespeichert wird. Beim Bauen mit Holz wird dieser Kohlenstoff langfristig gebunden und bleibt im Holz, solange es stofflich genutzt wird. Häuser aus Holz fungieren somit als „zweite Wälder“, die das in den Bäumen gespeicherte CO₂ weiterhin festhalten.

Der doppelte Nutzen von Holz

Wenn Holz aus den Wäldern geerntet und als Baustoff verwendet wird, steigert dies den Klimaschutz-Effekt der Wälder. In Österreichs Wäldern sind rund 3,4 Milliarden Bäume zu finden, die insgesamt etwa 3.600 Millionen Tonnen CO₂ binden. Dies entspricht rund 45-mal der Menge CO₂, die in Österreich jährlich ausgestoßen wird. Der Vorteil von Holz als Baustoff ist, dass es nicht nur den Kohlenstoff speichert, sondern auch den ökologischen Fußabdruck von Gebäuden erheblich reduziert. Holz ersetzt CO₂-intensive Baustoffe wie Beton oder Stahl, deren Herstellung mit hohem Energieaufwand und hohen CO₂-Emissionen verbunden ist („Substitutionseffekt“). Konkret zeigt sich das anhand der CO₂-Bilanz eines Quadratmeters Außenwandaufbaus: Ein Massivholzaufbau hat eine CO₂-Bilanz von -88 kg CO₂, während bei Ziegeln +57 kg CO₂ und bei Beton +82 kg CO₂ entstehen.

Holz hat also eine klimapositivere Wirkung, da seine Herstellung deutlich weniger CO₂ erzeugt als die anderer Baustoffe.

Nachhaltigkeit und Wiederverwendung

Der Vorteil von Holz hört nicht beim Bau auf. Am Ende der Nutzungsdauer von Holzbauten muss dieses Material nicht aufwendig entsorgt werden. Viele Bauteile aus Holz können einer Wiederverwendung zugeführt werden – beispielsweise entstehen aus alten Dachstühlen oft Möbel. Falls keine stoffliche Nutzung mehr möglich ist, kann Holz verbrannt werden, wobei nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie ursprünglich beim Wachstum durch die Photosynthese gebunden wurde. Im Vergleich zu anderen, nicht nachwachsenden mineralischen Baustoffen wie Beton und Stahl erzeugen Holzbauten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg daher rund 40 Prozent weniger CO₂-Emissionen, wie eine Studie der TU Berlin gemeinsam mit der Tegel Projekt GmbH belegt.

Fazit

Der Holzbau bietet eine der besten Lösungen für aktiven Klimaschutz im Bauwesen. Holz fungiert als nachhaltiger CO₂-Speicher, reduziert den ökologischen Fußabdruck von Gebäuden und trägt dazu bei, die Klimaziele zu erreichen. Mit jeder Tonne CO₂, die im Holz gespeichert wird, und mit jedem Gebäude aus Holz leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise.

Bauen mit Holz ist daher nicht nur ein Schritt in die Zukunft der Architektur, sondern auch in eine nachhaltige und klimafreundliche Bauweise.

Quellen