Finnische Identität

Wald oder Holzindustrie? Wir sagen: Beides!

Mit der Integration des finnischen Holzunternehmens Pölkky öffnete sich die Pfeifer Group auch für die Geschäfts- und Lebenskultur im hohen Norden – einer Region, in der Wälder weit mehr bedeuten als nur Rohstoffquelle: Sie sind Teil der Identität und tief im Alltag der Menschen verwurzelt.

Diese besondere Verbundenheit mit der Natur prägt auch die Arbeitsweise von Pölkky. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich das nordische Verständnis von Forstwirtschaft deutlich von den Gepflogenheiten in Mitteleuropa. „In Finnland bestellen wir keine bestimmte Menge – wir kaufen ein ganzes Waldstück“, erklärt Alexander Kainer, CEO von Pölkky.

„Daraus entnehmen wir die Qualitäten, die wir selbst benötigen. Den Rest verkaufen wir weiter, etwa an Zellstoffwerke. Ein System mit Zwischenhändlern gibt es hier nicht.“

Pölkky arbeitet also direkt mit den Waldbesitzer:innen zusammen – Menschen, deren Familien die Wälder oft über Generationen hinweg gepflegt haben, bevor das Holz erntereif ist. Der Verkauf ist für sie nicht nur ein wirtschaftlicher Vorgang, sondern auch ein emotionaler. „Erntetage sind emotionale Tage“, bringt es Heli Rantapelkonen, Assistentin der Geschäftsführung bei Pölkky, auf den Punkt.

Gerade deshalb ist der persönliche Kontakt so essenziell. Die Reise des Holzes beginnt oft mit dem Besuch eines Pölkky-Beschaffungsspezialisten beim Waldbesitzer zuhause. Gegenseitiges Vertrauen ist dabei die Basis, darauf aufbauend erfordert jede Aktion im Wald eine sorgfältige Planung: vom Handelsabschluss über die Holzernte, Wiederherstellungsplan und bei Bedarf Wiederaufforstung bis hin zu Logistik und Umschlag mit Zellstofffabriken.

Wegen der engen persönlichen Beziehungen und der variierenden Holzqualitäten innerhalb eines Waldstücks ist die Beschaffung in Finnland ein komplexer Prozess. Die Einkäufer:innen von Pölkky agieren dabei nicht nur als Forstexpert:innen, sondern übernehmen auch eine wichtige Rolle in der Kundenpflege und im Marketing – ähnlich wie der Verkauf auf Werksseite.

Blick auf das Werk von Pölkky Oy in Kajaani im Winter

Hohe Exportquote prägt die Logistik

Auch im Bereich Logistik und Lagerhaltung folgt Pölkky einer länderspezifischen Praxis, die sich deutlich von jener in Mitteleuropa unterscheidet. Anders als an den zentraleuropäischen Standorten hält Pölkky große Produktmengen direkt an den Werken vor. Der Grund: In Finnland werden die Stämme in Chargen angeliefert – nicht nur per Lkw, sondern auch auf dem Seeweg. Und um die Fähren effizient zu beladen, bedarf es entsprechender Volumina. Ein Beispiel: Zwischen Bestellung und Abholung einer Lieferung durch einen Kunden aus dem Vereinigten Königreich können bis zu sechs Wochen vergehen. Die für den Export vorgesehenen Produkte bleiben entsprechend lange am Standort.

Forest in Finland

Natur und Industrie? Kein Widerspruch.

Pölkky zeigt eindrucksvoll, wie sich Waldschutz und industrielle Holznutzung harmonisch verbinden lassen – ein Ansatz, der tief in der finnischen Kultur verankert ist. „In Finnland wählen wir nicht zwischen Wald und Industrie. Wir sagen: beides“, erklärt Mikael Kostamo, bei Pölkky verantwortlich für Forstverwaltung und Nachhaltigkeit. Denn der Wald ist für viele Finnen weit mehr als nur ein Wirtschaftsfaktor: Er ist Lebensraum, Rückzugsort, Familienerbe – und Quelle des Stolzes. Diese tiefe emotionale Bindung prägt den respektvollen Umgang mit der Natur.

Eine Haltung, die hervorragend zum Selbstverständnis der Pfeifer Group passt. Gemeinsam steht man für eine verantwortungsvolle Zukunft mit dem wertvollen Rohstoff Holz.

Zitat Einkäufer Pölkky:
„In unserem Job geht es nicht einfach nur darum, Holz zu kaufen. Es geht um Vertrauen. Um Nachhaltigkeit. Und darum, genau zu wissen, woher jede Lieferung stammt. Alles beginnt mit einem Gespräch mit dem Waldbesitzer – einem Gespräch über den Wald.“