Tirolis neues Tiertaxi
Tiroli hat sein Fahrrad geputzt und vorne einen hübschen Korb montiert. „Damit kann ich nicht nur Einkäufe transportieren, sondern auch Tiere“, sagt er zu seinen Freunden. „Will jemand mitfahren?“
„Meine Eier kannst du liefern, aber nicht mich“, gackert Huhn Helene. Auch Katze Kathi weist das Angebot zurück. „Ich gehe bald auf Mäusefang!“ „Da muss ich schnell alle Hofmäuse warnen!“ Maus Fridolin sprintet davon. „Nein danke, ich fliege lieber“, zwitschert Vogel Fredi. „Ich springe lieber von Baum zu Baum“, fiept Eichhörnchen Lotta. „Und ich von Seerose zu Seerose“, quakt Frosch Fips.
„Ich meide Straßen und Radwege prinzipiell“, meint laut schnaufend Igel Siggi. Auch Eule Emil ruckt ablehnend mit dem Kopf. „Ich mache lieber ein Nickerchen.“ „Ich grabe meinen Tunnel weiter!“ Maulwurf Manni zeigt seine Krallen. Auch Hase Hansi ist auf dem Sprung. „Ich buddle im Feld nach Karotten!“ Tiroli ist enttäuscht, dass sein neues Tiertaxi so wenig Zuspruch findet. Aber dann hört er eine leise Stimme: „Ich fahre gerne mit!“ Es ist Gabi, die nicht immer nur im Schneckentempo unterwegs sein will. „Das passt gut“, sagt Tiroli erfreut. „Du hast auch schon einen Helm!“ „Ja, einen Ganzkörperhelm! Bei Gefahr kann ich mich darin verkriechen!“ Für die Bequemlichkeit polstert Tiroli den Korb mit Moos aus, dann starten sie los. Durch die Korbritzen kann Gabi sehen, wohin die Fahrt geht.
Um sie nicht zu beunruhigen, fährt Tiroli vorsichtig, aber sie ruft: „Schneller!“ Und so flitzen sie dahin, bis Tiroli plötzlich heftig bremsen muss und dabei fast vom Rad fällt.
Fredi, der die Strecke mitgeflogen ist, alarmiert die anderen Freunde. Alle sind froh, dass Tiroli und Gabi noch heil sind. Gabi balanciert ein wenig benommen am Korbrand, Tiroli sitzt im Gras und muss sich vom Schrecken erholen. „Puh, das war knapp!“ Er erzählt, was passiert ist: Ein abbiegendes Auto hat ihnen den Weg abgeschnitten.
„Hatte der Fahrer keine Augen im Kopf?“, fragt Hansi empört, der als Hase ein weites Blickfeld hat. „Er hatte Augen“, ereifert sich Gabi. „Aber er hat uns einfach übersehen!“ Tiroli erklärt seinen Freunden den Grund: „Fährt man mit dem Rad rechts neben einem Fahrzeug, gelangt man leicht in den toten Winkel.
Dann kann einen die Person am Steuer nicht sehen, weder durch die Seitenscheibe noch durch Rück- und Außenspiegel. Weil es den toten Winkel bei allen Fahrzeugen gibt, müssen Autofahrer und Radfahrer beim Abbiegen besonders vorsichtig sein!“
„Zum Glück seid ihr beide nicht verletzt“, tiriliert Vogel Fredi. „Weil ich früh genug gebremst habe!“, sagt Tiroli. „Ich habe nicht umsonst die Fahrradprüfung gemacht!“
„Tiroli ist der beste Korbtaxifahrer der Welt und der Sitz ist fein gepolstert“, schwärmt Gabi. Weil Tiroli sein Fahrgeschick bewiesen hat, können sich die Freunde nun ebenfalls vorstellen, ab und zu das Tiertaxi zu benützen.
„Wenn wir alle gemeinsam fahren, traue ich mich auch“, überlegt Siggi. Aber die Tiere wehren lachend ab. „Wie das piekst, wenn du bei Gefahr plötzlich die Stacheln aufstellst!“ Tiroli macht sich bereit, Gabi wieder zum Ausgangsort zurückzubringen. „Helm auf?“
„Immer!“ Gabi begibt sich an ihren Aussichtsplatz im Korb. „Es kann losgehen!“